Historisches

Die vielleicht früheste Erwähnung datiert von 1508. In den „Bautzener Nachrichten“ vom
Jahre 1870 No. 268, 6. November enthaltenen „Briefe aus und von der Oberlausitz“ mit
der Aufschrift: „Aus vergangen Zeiten“ … dasselbst hat im Jahre 1508 Peter von Haugwitz
Bocka besessen. Denn es heißt dort:

„Von den vielen Besitzungen der von Haugwitz in der gesamten Oberlausitz mögen hier
nur noch die folgenden in der Umgebung von Bautzen gelegenen angeführt werden. Es
besaß Otto 1412 das Gut Schmölln, Christoph 1430 Nedaschütz, ein Gut in Göda und
Stacha, Peter zu Gaußig 1497 Frankenthal, 1508 Bocka, 1516 Kleinwelka, Caspar auf
Putzkau 1510 Naundorf, Heinrich zu Neukirch 1535 Döberkitz, Christoph auf Putzkau
1593 Radibor und Malschwitz. Verschiedene dieses Geschlechts zu Spittwitz, Naußlitz
und Gaußig verkauften 1559 der Stadt Kamenz ihren Anteil am dortigen Pferdezoll.“

Bis zum Jahre 1626 besaß das Gut sammt dem Dorfe Bocka ein Friedrich Balthasar
(Balzer) von Mezrad auf Opitz und Hermsdorf. Denn derselbe verkaufte es am 30. Mai
1626 samt dem Dorfe Kleindubrau als Mannlehen- dennein solches war es damals- an
den Landesältesten Christoph von Minkwitz auf Radibor für die Kaufsumme von 100
Thalern. Der diesfalsige Lehnsbrief von Minkwitzens datiert vom 30. Mai 1626.

Mittelst Rescript d.d. Dresden am 08. Juli 1669, wurde das Gut, welches bis dahin ein
Mannlehengut gewesen war, auf diesfalsiges Ansuchen vorgenannten Seidels vom
Churfürst Johann Georg II. als Markgrafen der Oberlausitz, der hierüber zu Seidels Kaufe
den Consens in der von den Ständen bedingten Maaße ertheilte, der Lehnsart benommen
und aus Mannlehen in ein Erb- und Allodial-Gut verwandelt. Der Lehenbrief des Hans
George Seidels ist vom 28. Februar 1670.

Heute spricht man davon das Bocka mit seiner Mühle über 650 Jahre alt ist.

Das Rittergut Bocka steht auf einer Anhöhe über dem Tal des Klosterwassers. Der
vierseitig umbaute Hof kann über zwei Toreinfahrten betreten werden. Ein Hoftor trägt die
Jahrszahl 1818.

Bocka hatte bis 1747 durchweg adelige Besitzer. Dann folgten die Familie Mucke und
Herrmann. 1868 wurde das Gut an Johann Ernst Wehle verkauft. Dessen Erben behielten
den Hof bis 2002. Das Rittergut Bocka fiel nicht unter die Bodenreform, weil der Besitz zu
klein war. Die Familie Wehle brachte das Land in die LPG ein. Die Stallungen in Bocka
dienten der genossenschaftlichen Viehhaltung.

Seit 2007 sind Carolin und Dr. Philipp von Breitenbuch Eigentümer des Rittergut Bocka.
2010 zog die Familie auf das denkmalgerecht sanierte Gut. Das Herrenhaus ist heute das
liebevoll eingerichtetes Gästehaus und die Wirtschaftsgebäude dienen als großzügige
Seminarräumlichkeiten dem Zentrum für Kommunikation und Führung.